…oder wie sonst lässt sich der Artikel “Ein Tag ohne Google” erklären? Der Einleitungstext klingt zunächst für den Leser hoffnungsvoll - man erwartet sinnvolle Alternativen zum Monopolisten. Nach Betrachtung der wichtigsten Google-Dienste, die den Alltag vereinfachen und dem eher mageren Vergleich mit Wettbewerbern beschließt der Autor seinen Artikel mit dem Fazit “Zum Glück war das auf lange Sicht der letzte Tag ohne Google.” Für alle Google-Dienste gibt es also eine Alternative, jedoch kann demnach keine Google das Wasser reichen.
Da macht es sich einer aber schon ganz schön einfach. Sicherlich ist es praktisch alles aus einer Hand zu bekommen, aber ist es wirklich gewollt, auch alle Informationen in eine Hand zu legen? Wie lange wurde Microsoft aufgrund seiner Monopolstellung traktiert - dabei ging es lediglich um wettbewerbsrechtliche Bedenken. Bei Google sind die Bedenken eher datenschutztechnischer Art: es geht und um die Fragestellung, ob ein einziges Unternehmen das Wissen über Suchanfragen, Mailverkehr, Dateiinhalte, persönliche Fotos und Videos eines Großteils der (internetnutzenden) Weltbevölkerung sammeln und auswerten können sollte.
Kurzfristig mag die ausschließliche Nutzung von Google sicherlich am bequemsten sein - jedoch hätte ich dem Spiegel und seinen Autoren etwas mehr Weitsicht und Kritikfähigkeit zugetraut.
Ich glaube, dass es nicht um Bequemlichkeit geht, sondern es gibt einfach keine Alternativen. Sonst wären sie sicher ausführlichst im Artikel oben erwähnt worden. Soll ich vielleicht mir Windows Life oder MSN Search etwas finden? Wenn auf diese Suchergebnisse baue, bleibe ich bestimmt übrig und werde höchstens mitleidig belächelt.
Ich denke weiters, dass es nicht um die Frage geht, ob Google als einziges Unternehmen das Wissen über Suchanfragen, Mailverkehr, Dateiinhalte, persönliche Fotos und Videos eines Großteils der (internetnutzenden) Weltbevölkerung sammeln und auswerten können sollte, sondern es ist einfach ein Faktum, das Google als einziges Unternehmen so etwas kann und daher auch macht.
Sicher ist Google die perfekte Suchmaschine - das habe ich nicht in Frage gestellt. Dass Google in Deutschland einen Marktanteil von über 90% hat kommt ja nicht von ungefähr. Daher kann ich es auch keinem verdenken, der sich bei der Suche ausschließlich auf Google verlässt.
Das eigentliche Thema ist doch die Sammlung diverser weiterer Daten neben den Suchanfragen und der Möglichkeit, diese Daten auch noch durch Verknüpfung mit persönlichen Daten aus der Anonymität zu heben. Sicherlich ist es jedem freigestellt, wem man seine Daten anvertraut. Ich rufe lediglich zum kritischen Hinterfragen und zur Aufklärung über die Möglichkeiten, die sich hinter einer derartigen Monopolbildung und Bündelung von Daten und Wissen auf.
Google und der gläserne Mensch…
Ich glaube ich weiß gemeint ist, wenn ich die Schlagzeilen so überfliege (neue Hackerangriffe drohen, Viren durch Surfen….), obwohl ich sicher nicht davor gefeit bin, auch in so eine Falle zu tappen, bin ich aber von einem anderen Thema ausgega…
Helmut: hast Du vielleicht konkret ein Beispiel, wo es zu einem einzelnen Dienst von Google keine brauchbare Konkurrenz gibt?
Ich denke, dass der einzige Dienst, auf den ich nicht verzichten möchte, die Suche ist. Die ist zwar grottig, aber anderswo ist sie noch schlechter, es gibt allerdings ein paar (Such)Dienste, die vielverspechend sind.
Ach, Scheisse, das wichtigste, warum ich hier schreib, hab ich vergessen:
Mhh? Spiegel ist ja wohl unterste Schublade.
Aber auch da wieder das Google-problem, es gibt entweder kaum ernstzunehmende und kaum bekannte Alternativen, also wird weiterhin das Geschmier gelesen.
Naja, ganz so negativ sehe ich Spiegel und Google auch nicht. Beide sind nicht umsonst sehr renommiert und in der Medienwelt wohl mehr als anerkannt. Der Informationsgehalt ist einwandfrei und die Artikel sind in der Regel - soweit ich das einschätzen kann - ausgezeichnet recherchiert, nur das mit Google war wohl wirklich ein Ausrutscher. Auch gegen die Google-Suche sag ich gar nichts - was mir nur nicht so ganz passt ist die Monoplisierung, gerade in Deutschland, und die damit verbundene Bündelung von Informationen über Suchanfragen und Userverhalten auf ein Unternehmen. Nicht vergessen darf man wohl in diesem Zusammenhang auch, dass Google ein amerikanisches Unternehmen ist und keiner von uns weiß, was der US-Regierung im Zuge des Anti-Terror-Wahns noch alles einfällt - vielleicht wird Google früher oder später dann doch einmal genötigt, Suchinformationen preiszugeben. Kurz: Aus meiner Sicht genügt es, wenn Google unser Suchverhalten kennt - weitere Informationen außerhalb davon vertraue ich persönlich lieber anderen an.