…oder wie sonst lässt sich der Artikel “Ein Tag ohne Google” erklären? Der Einleitungstext klingt zunächst für den Leser hoffnungsvoll - man erwartet sinnvolle Alternativen zum Monopolisten. Nach Betrachtung der wichtigsten Google-Dienste, die den Alltag vereinfachen und dem eher mageren Vergleich mit Wettbewerbern beschließt der Autor seinen Artikel mit dem Fazit “Zum Glück war das auf lange Sicht der letzte Tag ohne Google.” Für alle Google-Dienste gibt es also eine Alternative, jedoch kann demnach keine Google das Wasser reichen.

Da macht es sich einer aber schon ganz schön einfach. Sicherlich ist es praktisch alles aus einer Hand zu bekommen, aber ist es wirklich gewollt, auch alle Informationen in eine Hand zu legen? Wie lange wurde Microsoft aufgrund seiner Monopolstellung traktiert - dabei ging es lediglich um wettbewerbsrechtliche Bedenken. Bei Google sind die Bedenken eher datenschutztechnischer Art: es geht und um die Fragestellung, ob ein einziges  Unternehmen das Wissen über Suchanfragen, Mailverkehr, Dateiinhalte, persönliche Fotos und Videos eines Großteils der (internetnutzenden) Weltbevölkerung sammeln und auswerten können sollte.

Kurzfristig mag die ausschließliche Nutzung von Google sicherlich am bequemsten sein - jedoch hätte ich dem Spiegel und seinen Autoren etwas mehr Weitsicht und Kritikfähigkeit zugetraut.