Archive for November, 2008

Juhuu, ich hab mein Leben wieder im Griff - gerade bin ich drauf gestoßen, dass Kanal Telemedial endlich mal ordentlich im Internet verfügbar ist.

>> Kanal Telemedial Livestream

Schön, wie die Leute dort andächtig musizierend, durch´s telemediale Studio wandelnd, in einem Kreis stehend tief ein- und ausatmend die Erleuchtung suchen. Anschließend umarmen sie sich erleuchtet und durchgeistigt und lauschen den sinnfreien Predigten des großen Telemedial-Gurus Thomas G. Hornauer. Er verkündet seine selbst erfundene Zeitrechnung und anderen Hokus-Pokus wie die Teleshopping-Verkäuferin, die in einer zeitraubenden, einstündigen Produktpräsentation eine Puppe, deren Intelligenz die der Verkäuferin um ein Vielfaches übersteigt, bis ins kleinste Detail vorstellt. Inhaltsfrei, nachdenklich, aber doch wahnsinnig überzeugend, sodass der werte Zuschauer einfach nicht nein sagen kann.

Auch ich bin ein Opfer von Teleshop und Teleguru - ich kann einfach nicht nein sagen. Auch wenn ich das ganze Konzept von Herrn Hornauer noch nicht ganz verstanden werde ich mir jetzt erstmal einen telemedialen Impulsausgleich in Form eines 10-Euro-Anrufs gönnen - er hat mich überzeugt. Damit schläft sich´s dann doch besser - probiert´s aus…

Eine Frage zum Impulsausgleich habe ich aber zum Schluss: Wieso kostet der Impulsausgleich für Deutsche (10 EUR) und Schweizer (50 CHF) mehr als für Österreicher (9 EUR)??? Liegt das daran, dass Österreicher von Haus aus ausgeglichener, ärmer oder einfach geiziger sind?

Mit MSN Movies geht die kostenlose Online-Videothek von Microsoft an den Start. Wer hätte gedacht, dass Microsoft mal etwas verschenkt - ganz selbstlos machen sie das natürlich nicht. Man verspricht sich davon zusätzliche Werbeeinnahmen, die vor und während der Filme in unterschiedlichen, wenig störenden Formaten eingeblendet werden.

Die Auswahl ist zwar noch nicht berauschend, dafür gibt´s die Filme in bester Qualität und gratis - hoffentlich wird das Angebot auch noch weiter ausgebaut, bevor sich rausstellt, dass die Werbeeinnahmen diese kostenlose Plattform doch nicht tragen.

Dass jeden Tag immer wieder ein Dummer aufsteht besagt ja bereits eine alte Volksweisheit und hat damit sicherlich Recht. Dass Spammails eine gewisse finanzielle Effizienz zu haben scheinen beweist die nicht enden wollende Flut an Spammails, die tagtäglich die Postfächer füllen. Ebenso belegt dies eine amerikanische Spam-Studie, wonach jedoch aus 350 Mio. verschickten Spam-Mails nur immerhin 28 Verkäufe von vielversprechenden Mitteln zur Steigerung der Männlichkeit hervorgingen - womit jede 12,5-millionste Spam-Mail auf einen der o.g. Dummen trifft.
Gut jetzt kann man sagen, derjenige hätte das Mittel sonst auch wo anders käuflich erworben und hat die Gelegenheit einfach beim Schopfe gepackt. Genauso wie die vielen, vielen Anlagespezialisten, die gerne in Kursraketen-Pennystocks einsteigen, die ihnen per Mail von wohlgesonnen Gutmenschen netterweise angeboten werden und unglaubliche Kursgewinne versprechen. Höchstwahrscheinlich werden sowohl die Käufer der Gliedmaß- als auch der Kapitalvergrößerungsversprechen meist enttäuscht, aber einen Versuch war´s halt dann wert.

Ein ähnlicher Versuch war der amerikanischen Krankenschwester Janella Spears immerhin stolze 400.000 Dollar wert (Spiegel 18.11.2008). Sie war nämlich wohl - der o.g. Studie zufolge - die 12,5-millionste Empfängerin einer nigerianischen Spam-Mail-Kampagne - herzlichen Glückwunsch dazu. Prompt überwies die hilfsbereite wie gutgläubige Janella die ersten 100 Dollar, um dem hilfesuchenden Nigerianer dabei zu helfen 20 Mio. Dollar in Sicherheit zu bringen und später in die erblichen Fußstapfen des Bittstellers zu treten. Klar ist jedoch, dass 100 Dollar für die nigerianische Bürokratie hinten und vorne nicht ausreichen, weshalb Janella laufend nachschießen musste und sich hoch verschuldete. Leider wurde Janellas Hilfe von amerikanischen Fahndern unter Haftandrohung gestoppt, so erfährt sie jetzt nie, ob weitere Zahlungen nicht vielleicht doch zum 20-Millionen-Dollar-Erbe geführt hätte.

Vielleicht hätte Janella Spears an dem Tag, an dem sie die Mail erhielt, aber auch einfach mal im Bett liegen bleiben sollen…

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